VEM-Freiwillige   2017/2018   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010   2009 

Bianca  |  Charlotte  |  Hannah N  |  Hannah S  |  Jannika  |  Jolanthe  |  Jost  |  Jonathan  |  Julia P  |  Julia W

Katharina  |  Laura Fe  |  Lennard  |  Linda  |  Lisa  |  Momo  |  Rebekka  |  Sarah G  |  Sarah N  |  Sina  |  Svenja

Menu:

Archiv

Blog durchsuchen:

Abbruch und Dank

Autor: HannahNehls | Datum: 25 März 2017, 07:04 | 0 Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Gerade sitze ich im Lehrerzimmer der Berufsschule in Ntoma. Ntoma? Einige von Euch haben vielleicht meinen Rundbrief gelesen. Nach langem Schwimmen, nach Krankenhaus, Kindergarten, Bukoba, Zwischenseminar und Reisen fing ich Mitte Februar an, endlich wieder zu arbeiten.

 

Nun sitze ich hier, in der Berufsschule von Ntoma, 20 km südlich von Bukoba. Die Berufsschule hat etwa 80 SchülerInnen im Alter von 18 – 27 Jahren. Hier werden seit 1969 SchneiderInnen, KöchInnen, Hotelangestellte und vieles mehr ausgebildet. Meine Aufgabe war es, die letzten 6 Wochen Deutsch und Front Office/ Housekeeping zu unterrichten. Während ersteres mir leicht fiel und angenehm war, war zweites umso komplexer. Das lag z.B. daran, dass die Unterrichtssprache zwar offiziell Englisch ist, inoffiziell aber alles auf Swahili gemacht wird, damit die SchülerInnen es auch wirklich verstehen. Ich muss schön blöd ausgesehen haben, wie ich da manchmal Händeringend auf Kiswahili komplexe Zusammenhänge zu erklären versucht habe. Nicht selten stand ich auf Stühlen, lag auf dem Boden oder habe andere um tatkräftige Unterstützung gebeten, um mein, mir durch Bücher angeeignetes Wissen, weiterzugeben.

  (weiter)

 

Besser spät als nie... Über Weihnachten und Willkürliches

Autor: HannahNehls | Datum: 03 Februar 2017, 13:20 | 0 Kommentare

Endlich mal wieder ein neuer Blog! Viel ist in der letzten Zeit passiert – Weihnachten, Silvester, Praktikum, Auszug… Aber der Reihe nach. Nachdem der Kindergarten geschlossen wurde um die darüber sehr glücklichen Kinder in die Ferien zu entlassen, habe ich mich entschieden, bei Linda (www.linda.vem-freiwillige.de) in Bukoba ein Praktikum zu machen. Sie arbeitet dort im Tumanini Children Center (TCC), ein Zentrum, in dem etwa 50 Straßenkinder von 5-18 auf freiwilliger Basis leben, essen, schlafen und zur Schule gehen. Ziel ist es, die Kinder irgendwann wieder in die Familien einzugliedern. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann sich gerne Lindas Blog angucken. Da auch dort die Kinder Ferien hatten, haben Linda, Lisa (eine weitere Mitfreiwillige aus Karagwe) und ich viel Freizeitprogramm angeboten – Spiele, Malen, Basteln (wie sehr Kinder auf Bügelperlen abfahren!) und eine Schnitzeljagd. Das TCC ist ein beeindruckendes Projekt, das von einer Schwedin gestartet wurde, nun aber in der Organisation ganz bei Tansanern liegt. Ich verstehe schon, wieso Linda ihre Arbeit und vor allem die Kinder liebt… Weihnachten war dann ganz anders und heilig Abend sehr deutsch. Wir haben zu viert Pizza und Brot gebacken, Käse selber hergestellt, Salat gemacht und eine kleine aber feine Andacht gefeiert. Die nächsten beiden Tage haben wir im Center und im Gottesdienst verbracht, wer singt schließlich nicht gerne „Oh du fröhliche“ auf Swahili, während der Schweiß einem den Nacken herunterläuft und man draußen schon die Ziege für die Versteigerung ihr kräftiges Stimmorgan unter Beweis stellt. Im Center gab es dann großes Festmahl (sogar Fleisch! Und das, obwohl das dafür vorgesehene Schwein am Vortag geklaut wurde…), eine nette Abwechslung besonders für die Kinder, die sonst meist Ugali mit Bohnen essen (das ist Beton aus Maismehl und Wasser und … naja… Bohnen halt). Musik, ein bisschen tanzen und gemeinsam entspannen durfte auch nicht fehlen. Silvester wird hier mit einem etwa 6 stündigen Gottesdienst gefeiert, woraufhin wir beschlossen haben, bei Linda ein paar Leute einzuladen (Deutsche wie Tansaner), zu kochen und gemeinsam auf das neue Jahr zu warten. Den ganzen letzten Tag des Jahres 2016 verbrachten wir also in der Küche, was aber, dank der vielen Leute, großen Spaß gemacht hat. Den Silvesterabend haben die anderen dann spielend verbracht, während ich etwas kränklich im Bett lag, naja. Ich hoffe Ihr alle hattet ein schönes Fest, einen guten Ausklang des letzten Jahres und zwei schöne erste Wochen des Jahres 2017. Ich wünsche euch allen ein gesegnetes neues Jahr. Unser Silvestergeschenk (gibt es das?) an uns selber war eine 4 tägige Reise auf eine Insel im Süden des Viktoriasees – welche ein Nationalpark ist, in dem es seit 1977 Giraffen und Elefanten gibt (um den NP attraktiver zu machen, wurden diese Tiere dort angesiedelt). Elefanten haben wir nicht gesehen, dafür viele Giraffen, was ein wirklich skurriles Bild war, Nilpferde, Vögel und eine wunderschöne Natur. Letztes Wochenende bin ich dann auch aus Ndoalge ausgezogen, nachdem ich mich offiziell im Gottesdienst verabschiedet habe. In Ntoma bin ich aber nur soweit eingezogen, dass dort nun mein Wischmob und meine Weltkarte stehen. Alles andere lagere ich bei Linda zwischen, da in Ntoma, wo ich an einer Berufsschule unterrichten werde, diese noch nicht angefangen hat. So arbeite ich grade wieder bei Linda in der Schule und im Center mit und werde mich bald mit Alex (einem Freund aus Deutschland) mich nach Dar es Salaam aufmachen, wo ich danach meine Eltern und meinen Bruder Justus treffen werde und dann zu dem Zwischenseminar gehe. Ab Mitte Februar kann ich richtig in Ntoma anfangen, worauf ich sehr gespannt bin und mich freue. Von der neuen Arbeit, der Wohnsituation und meinem neuen Umfeld berichte ich aber dann, wenn es soweit ist.

 

Verallgemeinerungen und Verloren gehen

Autor: HannahNehls | Datum: 09 Dezember 2016, 15:23 | 1 Kommentare

Liebe LeserInnen,

im Folgenden habe ich zwei Einträge einfach zusammengeschnitten. Sie gehören thematisch nicht zusammen, sind aber beide aktuell. Aufgrund der schlechten Internetverbindung werde ich beide zusammen hochladen, wissend, dass es jetzt sehr lang ist. Eine gute Lesezeit!

 __________

Achtung! Hier kommt ein Text, den ich, obwohl ich es versuchen werde, nicht ohne Verallgemeinerungen und Klischees schreiben kann! Wer dies als rassistisch empfindet, sollte lieber jetzt aufhören zu lesen. Ich werde meine subjektive Sicht darstellen, die davon geprägt ist, was ich kenne und noch viel mehr davon, was ich nicht kenne, dies bitte ich zu entschuldigen. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, wie ich hier ständig beweisen muss. Einige meiner Sätze werden „in Tansania“ und „in Deutschland“ beinhalten, wissend, dass ich nicht für so viele Menschen auf einmal sprechen kann; ahnend, dass es oft nicht so ist, wie ich es darstelle.

 (weiter)

 

Veränderung der Stelle und Anekdoten

Autor: HannahNehls | Datum: 27 Oktober 2016, 12:23 | 0 Kommentare

Wie unendlich viel sich doch in ein paar Wochen verändern kann.

Eineinhalb Wochen habe ich im OP des Krankenhauses verbracht. Dort habe ich mich sehr wohl gefühlt – ich durfte bei den Operationen zusehen (Kaiserschnitte [was unglaublich ist, ein kleiner Schnitt und zack – ein neues Menschlein!], Sterilisierungen, Explorations…) und viele Fragen stellen. Nein, das Blut und Fleisch hat mir nichts ausgemacht, auch wenn ich manchmal an einen Metzger denken musste.

 (weiter)

 

Über Frischlinge

Autor: HannahNehls | Datum: 30 September 2016, 18:29 | 0 Kommentare

Ich habe vier Babythemen über die ich berichten möchte, und bei dem Ersten bin wohl ich das Baby. Denn wenn man in einem anderen Land ist, dann begibt man sich in eine fremde Kultur. Man muss alles neu lernen, wie ein Kind, ein Baby. Sprechen lernen, Laufen lernen (im übertragenden Sinn, ich hoffe, das versteht sich), Do’s und Dont’s adaptieren und bestenfalls begreifen, mit den fremden Zutaten Kochen lernen (okay, das ist vielleicht nicht ganz Aufgabe eines Babys…) und besonders auch Lachen lernen (speziell über meine Fettnäpfchen).

In einer fremden Sprache muss man sich in einer fremden Umgebung mit fremden Menschen zurechtfinden – da kann einem eben schon mal das ein oder andere Missgeschick passieren.
So verbringe ich meine Wochenenden zur Zeit in Bukoba bei Linda. Linda hat (zumindest für die Anfangszeit) eine Haushälterin – Helena, die für sie kocht und bei ihr im Haus ist. Helena freut sich meist ziemlich, wenn ich komme, was sehr auf Gegenseitigkeit beruht. Und – was für mich, als Selbstversorgerin in Ndolage, wirklich sehr schön ist: Helena kocht hervorragend! Ich hatte mich schon ein paar Mal an Bohnen probiert, habe aber wohl irgendetwas falsch gemacht. War zwar essbar, aber nicht so richtig lecker, weswegen ich dann Helena fragen wollte, wie sie die Bohnen zubereitet. Ich kann meine(n) Fehler nicht rekonstruieren, offensichtlich habe ich sie aber gebeten, zu mir nach Ndolage zu kommen um mir dort Bohnen zu kochen. Helena lag fast auf dem Boden vor Lachen, bis sie angerufen wurde und das Handy verkehrt ans Ohr hielt, was wiederrum Linda und mich sehr zum Lachen brachte. Ein witziges Erlebnis, obwohl ich jetzt Angst habe, nochmal zu fragen, WIE denn nun (ich würde es wirklich gerne wissen).
Weitere Fettnäpfchen, wie dass ich meinen Nachbarn ausversehen als grün oder auch schon als verrückt bezeichne (Jirani, Kijani und Kijinga sind eben sehr ähnlich), ausversehen „Herzlichen Glückwunsch“ statt „Tut mir leid“ zu sagen, oder dass ich übergehe, dass sogar meine Brüder Menschen sind und deshalb besonders angepasst werden müssen (sehr zur Erheiterung meiner ArbeitskollegInnen, ich habe sie einfach als Gegenstände bezeichnet – Sorry!) sind an der Tagesordnung und Teil des Lernprozesses.

So kommen wir zum zweiten Babythema: Ich durfte letzte Woche bei einem Kaiserschnitt zusehen, was unglaublich spannend und zumindest für mich sehr besonders war. Da es für die Mutter das achte Kind und für die Ärzte die zigste OP dieser Art war, wirkte ich wie die Einzige, die aufgeregt war – schließlich wurde da grade vielleicht ein neuer Präsident oder ein Pilot einfach so aus einem Bauch geholt! Die Aufregung war wirklich minimal, außer bei der Schwester der Mutter, die Gott dankend unsere Hände schüttelte.

Viel mehr Trouble gab es um ein 3 Monate altes Kind (das dritte Babythema), auf dessen Babyparty Linda und ich eingeladen waren. Die Beschreibung „Small party, loud music“ bewahrheitete sich, wobei, wie Linda irgendwann feststellte, das Wort „small“ sich nicht auf die Anzahl der Menschen, sondern auf die Größe des Raumes bezog.

Die Musik …

war schon zu hören, als wir das Haus noch gar nicht sahen, war sehr laut und tanzbar, zumindest sind wir ständig in Bewegung gewesen, sehr zur Belustigung der teilweise wirklich gut tanzenden Frauen.

Das Essen…

war wirklich was Besonderes. Unglaubliche Berge an Reis, etwas Fleisch, etwas Bananenähnliches und Wassermelone haben wir auf dem Boden sitzend und mit den Händen essend verzehrt. Vorher und nachher werden die Hände in einer Schüssel gewaschen, und ich bewunderte das Geschick, mit dem die Tansanier den Reis zu kleinen Kugeln formen, diese elegant sich in den Mund schieben und sich dabei kaum besudeln. Hierbei ist mir noch ein Missgeschick passiert: wir haben brav immer beobachtet und kopiert, aber als ich ein Stück Fleisch in der Hand hatte (das einzige, was ich auf dem Teller hatte), wusste ich nicht recht weiter. Es hatte auf der einen Seite etwas wie einen schwarzen Mantel. Kurzentschlossen und weil ich kein großer Fleischfan und eigentlich Vegetarierin bin, habe ich, ohne zu kauen, alles runtergeschluckt – und war ziemlich stolz, kein großes Ding daraus gemacht zu haben. Ein Glück hat das aber keine gesehen, denn anschließend musste ich beobachten, wie alle dieses schwarze Zeug abzogen und liegen ließen. Tja, geschmeckt habe ich, dank meinem Verzicht auf das Kauen, eh nichts.

Die Leute…

waren unheimlich lieb. Gastgeberin war die Tante der Mentorin von Linda, und außer ihren Freundinnen und weiblichen Verwandten tummelten sich unzählige Kinder in dem Zimmer. Das Baby, um das es schließlich ging, hat uns insofern erstaunt, als dass es, obwohl es ständig herumgereicht wurde, laute Musik und viele Menschen ertragen musste und sogar eine Zeit bei uns blieb, überhaupt nicht gefremdelt hat oder weinerlich war. Wirklich ein schöner Abend!

Jetzt zu meinem vierten und letzten Thema, das eigentlich nur durch die Anwesenheit von 4 Babys ein „Babythema“ ist. 4 Babys und 25 Erwachsene, eng zusammengequetscht, 2 der Babys weinen, die anderen beiden schlafen. Viele der Erwachsenen dösen auch vor sich hin, wobei sie in den unbequestem Positionen kauern. Ob das Hinterteil die höchste Stelle ist, man 1,5 h steht, wobei der Oberkörper um 90° nach vorne gebeugt ist, oder man nur mit einer halben Pobacke auf einer Bank sitzt, all das ist völlig normal in den Daladalas, die mich zur Zeit wochenends nach Bukoba und viele Andere quer durch Tansania transportieren. 29 Menschen in einem Kleinbus, in dem 12 Menschen legal und bequem Platz hätten; das ist eine beeindruckende Leistung und bis jetzt mein persönlicher Rekord. Scharf auf einen höheren Rekord bin ich allerdings nicht, vorallem, wenn auf der Rückbank ein heftiges Streitgespräch ausbricht, während vorne der Fahrer telefoniert, zwei Kinder schreien, mein Sitznachbar laut Musik hört und zwischen dem Kassierer und einer Frau eine Diskussion über 500 Schilling ausbricht. Eine erlebnisreiche Fahrt.

Das soll’s für’s Erste von Babys gewesen sein, liebe Grüße und bis bald!

 

1 2  vor»